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Aktuelles (8 bis 18 November, 2006)

 

18. November 2006

Vor einigen Tagen hat mich eine mir unbekannte Frau aus Trinidad angerufen. Sie hatte meinen Namen von einem Tierarzt erfahren der auch nur von mir und meinem Ziegenprojekt gehört hatte.  Sie meldete sich nun bei mir um einige Gedanken auszutauschen. Erzählte mir von ihren Ziegen und dass sie auch Milch verkauft.

Man kann es nicht glauben. Eine nicht gerade kleine Menge an Milch verkauft sie an Hundezüchter die ihrer wertvollen Nachzucht nur Gutes zukommen lassen wollen. Es ist erschreckend, die beste Milch wird an Tiere verfüttert und die Menschen hier trinken Trockenmilch. Ich hoffe ich kann mit meiner Arbeit ein wenig dazu beitragen dass sich das wieder ändert.

Fast alle Jungtiere von diesem Jahr sind verkauft und ich muss mich aufmachen einen Bock fuer meine Mädels zu finden. Lilly ist die einzige die zur Zeit trächtig ist und sie wird an Weihnachten ihre Babys bekommen.

Am kommenden Donnerstag werde ich zum ersten mal nach fast acht Jahren diese kleine Insel verlassen. Man soll es nicht glauben ich fahre mit dem Schnellboot nach Trinidad.  Welch ein Abenteuer. Mal sehen ob ich dort mehr Glück habe und wenigstens Schuhe finde. Ansonsten brauche ich einiges für meine Arbeit und hoffe es dort zu finden. 

13. November 2006

Nach 2 Wochen Hin und Her habe ich heute die Druckerei angerufen und wollte nun dringend meinen Kostenvoranschlag haben. Originaltext: Aber ich habe Ihnen doch eine Email geschickt (die ist natürlich nie angekommen) und mitgeteilt das wir ihre Labels nicht drucken können. Die Stückzahl ist zu gering und wir müssen die Maschine zu oft umrüsten. Ich brauche zwar fuer ca. 10 Gebäcksorten Labels, kann aber keine 2500 Stk. von jeder Sorte abnehmen (click hier). Es handelt sich schliesslich um Weihnachtsplätzchen und die backt man nun mal nicht das ganze Jahr über. Das hatte ich auch gleich bei der Bestellung gesagt und man brauchte mehr als zwei Wochen um mir dann abzusagen. Ist es nicht einfach wunderbar! 

PasteurisierkesselJetzt noch die Geschichte des Pasteurisierkessels. Im Jahre 1999 hat die FAO- Food and Agriculture Organisation of the United Nations- in Trinidad & Tobago den Farmern die Möglichkeit geboten die Herstellung von Joghurt und Frischkäse zu erlernen.

Im Rahmen dieses Programms wurden auch die nötigen Geräte gesponsert. Die Farmer von T&T haben das Equipment nie genutzt und so ist es bei mir gelandet. Dabei war u.a. ein 50 l Pasteurisierkessel. Der konnte aber leider nur mit Starkstrom betrieben werden. Nun ging’s los. Starkstrom musste her. Das sollte  TT $100.000.00 kosten. Wie sollte ich das mit meiner kleinen Milchküche verdienen. Also Maschine umrüsten. Geht auch nicht sagten diese Spezialisten hier, haben an der Maschine rumgefummelt und dabei mehr kaputt gemacht als umgerüstet. Das Ende vom Lied, der Kessel stand ca. 8 Jahre ungenutzt in der Ecke und gammelte vor sich hin.

Irgendwann flog er dann ganz raus und hatte nun auch noch mit dem Wetter zu kämpfen. Bis mein Elektroniker sich seiner angenommen hat. Eigentlich sollte er nur schauen ob das Ding noch funktioniert und ich ihn eventuell gegen einen anderen eintauschen kann. Nach 3 Stunden, er hat die ganze Zeit davor gesessen und gefummelt, sagte er: So jetzt können Sie ihn benutzen. Da war ich aber erstaunt. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet ihn je nutzen zu koennen. Wie überall ist es auch hier, die Fachidioten sterben nie aus. Irgenwann hat man mal Glück und findet einen guten Techniker. Der gleiche Mann repariert auch meine Kühler. Davor haben sich die Techniker die Klinke in die Hand gegeben. Hinten in der Zuckerfabrik lagern schon jede Menge Kompressoren. Am Anfang habe ich meinen ganzen Gewinn nur in die Kühlanlage gesteckt. Fast wollte ich schon aufgeben!!!

11. November 2006  

New cheeseEs ist mir gelungen einen neuen Käse herzustellen: Tobago Chèvre. Ein frischer Ziegenkäse mit einem cremigen  Knoblauch - Dill Herz. Schmeckt einfach super.

 

Die Weihnachtsbäckerei sollte nun auch beginnen, scheitert aber wieder an den Zutaten die man {noch} nicht bekommen kann. Die Labels und Barcode Etiketten werden  nicht so schnell fertig wie ich es gerne hätte. Also wird es wieder mal eine "Last Minute" Bäckerei werden!  

 

 

8 November 2006   

Die arbeitsreichste Zeit des Jahres  hat begonnen. Die sogenannte Hochsaison im Tourismus in Tobago.

In den letzten Wochen sind mehrere Ziegen in ein neues Zuhause umgezogen. Für mich immer wieder ein Grund traurig zu sein. Ich bin sicher, nirgendwo haben sie solch ein schönes Leben wie hier auf der Farm. Das klingt überheblich ist aber leider die traurige Wahrheit. Viele der Farmer sehen in der Tierhaltung nur einen Nebenerwerb. Oft ist auch  kein Land vorhanden um Grasen zu ermoeglichen. Die Tiere werden auf engstem Raum gehalten und für den Rest ihres Lebens dazu verurteilt in einer Box zu stehen. Einmal am Tag bekommem sie Futter, für ein Tier wie die Ziege die denkbar schlechteste Form der Haltung. Wer nur wenig Tiere hat bindet sie irgenwo an und wenn es am Rande der Autobahn ist an dem Schild, "Tiere anbinden verboten".

Einen Todesfall hat es auch gegeben. Eine 4 Monate alte weibliche Ziege bekam Lämungen, zuerst in den Hinterbeinen und später auch in den Vorderbeinen. Kein Tierarzt konnte helfen und ich musste sie töten lassen. Das sind die Tage an denen ich meine Arbeit hasse. Nicht zu wissen um welche Krankeit es sich handelt und somit nicht helfen zu können. Ich habe zwar meine eigene persönliche Diagnose erstellt, was mir aber nicht weiterhilft. Auf Ergebnisse von Blut und Stuhlproben muss man wochenlang warten. Aussagen wie: Ich habe den Tierarzt gerufen aber das Tier ist trotzdem gestorben, höre ich sehr oft. Die Farmer entledigen sich dem Tier lieber schneller und sind die Sorgen damit los. Es wird somit zu schnell geschlachtet!!!!!  

Aus diesem Grunde hat man es auch schwer einen Zuchtbock zu finden und zu kaufen. Das schnelle Geld wird auch hier bevorzugt. Die Aufzucht von Böcken ist zuviel Arbeit. 

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